Zweitausendsiebzehn

Zweitausendsiebzehn

Schon wieder ein Jahr vorbei und wieder zeigen die Jahresrückblicke in den Medien, was alles in nur 12 Monaten passieren kann. Und wieder frage ich mich, was ich eigentlich in diesem Jahr geschafft habe. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich vor exakt einem Jahr, genau wie jetzt, auf der Couch im Wohnzimmer meiner Mutter saß, Weihnachtskekse aß und mit Bauchschmerzen an die vielen nichtgeschriebenen Seiten meiner Masterarbeitet dachte, so lautet die Antwort wohl: nichts. Dabei war ich das ganze Jahr beschäftigt.

So beschäftigt, dass ich noch immer nicht den Wellness-Gutschein eingelöst habe, den ich vergangenes Weihnachten bekam, um mich mal von all dem Stress zu erholen. Wann hat das eigentlich angefangen, dass ich immer schon etwas Neues beginne, bevor etwas anderes abgeschlossen ist? Wenn ich mein Jahr 2017 zusammenfassen sollte, so wären die erwähnenswerten Ereignisse wohl mein Volontariat im Verlag, das kürzlich auf ein weiteres wages Halbjahr verlängert wurde, die Gründung eines eigenen Magazins, das ich hoffentlich irgendwann nächstes Jahr in den Händen halte sowie der Umzug in eine eigene Wohnung, deren Vertrag ich vor einer Woche wieder gekündigt habe. Toller Jahresrückblick.

Aber ich habe natürlich auch nicht nichts erlebt. Da wären allein schon die vielen Gedanken und Gefühle in diesem Jahr, die sicher ein ganzes Buch füllen würden – wenn ich denn eins schriebe.

Was den einen ihr Tagebuch oder Bullet Journal ist, ist für mich die Notiz-App auf dem Smartphone. Wenn ich bei einer Veranstaltung zuhöre, beim Lesen einen Gedanken nicht vergessen möchte oder mich angetrunken mit der Bahn auf den Heimweg mache und den Drang verspüre, dieses Gefühl für mein nüchternes Ich festzuhalten, tippe ich eine Notiz an mich selbst. Inzwischen weiß ich bei einigen dieser Botschaften nicht mehr genau, was ich damit sagen wollte, doch zusammen ergeben sie ein schönes Bild aus Bedürfnissen, Einflüssen, Gedanken und Fragen, die mir in diesem Jahr begegnet sind.

     2017

  • Man muss mit jedem Text neu sprechen lernen
  • Schlimmer als Gelb ist nur die Farbe Orange
  • Wenn ich kommuniziere, stelle ich mich auf mein Gegenüber ein
  • Was ist mein politisches Ziel?
  • Ergebnisse protokollieren
  • Warum sind Shisha-Bars immer pink?
  • Wen will die Bio-Company eigentlich verarschen?
  • Es fällt mir leichter, vor Publikum zu sprechen, weil ich mich nicht im Gedanken an die Personen dahinter verstricke
  • I don`t like you either
  • Die Story ist im Feed
  • Zähne pressen, Kopf drückt
  • Bahncard bezahlen
  • Nicht das Gleiche – nie
  • Echtzeit
  • Krampf, Körper, Kampf
  • Stop licking your lips
  • #justfriendship
  • Entspannungskerzen-Banalität
  • I don’t wanna get over you.
  • 400g Möhren

Das war mein 2017. Und was stand bei euch auf dem Einkaufszettel?

Frohe Weihnachten und happy new year!

Love, Marie