Wie läuft`s eigentlich?

Wie läuft`s eigentlich?

„Wie läuft`s eigentlich mit deinem Blog?“, fragt mich gestern eine Freundin. Gute Frage, die ich gerne beantworte. 

Ein Blog, der gut läuft, ist einer mit vielen Klickzahlen (meine Autokorrektur macht aus dem Wort „Knickzahlen“, was mich kurz sehr amüsiert), tausenden Facebook-Likes und regelmäßigen Posts. Ich habe Klicks und Likes und Posts, aber nun mal nicht im übertriebenen Business-Ausmaß. Little Boredom gibt es aber auch erst seit etwas über einem Monat. Das ist noch nicht besonders lange und somit wahrscheinlich auch noch zu früh, um ein erstes Resume zu ziehen. Ich kann und möchte bloß schon eines sagen: Egal ob das hier ein Klick-Erfolg wird oder nicht – es ist echt schön, etwas zu machen, bei dem ich selbst bestimmte, was und worüber ich schreibe, bei dem ich eigene Titelbilder gestalte und collagiere und selbst entscheide, wann ich Zeit habe, einen Beitrag zu erstellen. Wäre doch irgendwie Heuchelei, Little Boredom mit Stress zu verbinden.

Sorry, keine Beautytipps.

Natürlich versuche ich trotzdem so regelmäßig wie möglich am Blog zu arbeiten, viel zu schreiben, mehr Aufmerksamkeit zu generieren und Menschen zu erreichen, die vielleicht noch nicht wissen, wer ich bin und die sich einfach von meinen Themen und Ideen angesprochen fühlen. Das alles kann aber, meiner Meinung nach, nur passieren, wenn spürbar wird, dass ich Spaß an dem habe, was ich mache und mir die Themen, über die ich berichte, wichtig sind. Ich werde keine Beautytipps geben, Fashionshoots produzieren oder über mein Sexleben schreiben (jedenfalls ist das nicht geplant), um möglichst viele Klicks, Geld und Erfolg zu bekommen.

Vor ein paar Tagen bot ich einem Berliner Kulturmagazin an, einen Beitrag für sie zu schreiben. Die Antwort kam binnen weniger Minuten: „Über was könntste denn schreiben? (Keine Kulturthemen bitte, dafür haben wir mehr als genug Autoren…)“. Tolle Antwort von einem Kulturmagazin, die mir wieder einmal verdeutlicht hat, wie glücklich ich bin, dass es Little Boredom gibt. Mir ist klar, dass ein Blog für mich zusätzliche und noch dazu unbezahlte Arbeit bedeutet. Es ist mir mit dem journalistischen Schreiben durchaus ernst und ich verdiene bereits Geld damit, freiberuflich für verschiedene Magazine  zu schreiben. Aber mein Blog ist mein Blog, auf dem ich schreiben kann, was ich möchte. Und ich möchte nun einmal über Kultur schreiben, über meine Gedanken als Vertreterin dieser gern verurteilten Generation Y, über Feminismus und über Menschen, die etwas bewegen oder einfach alles stehen und liegen lassen.

Wenn es so wahnsinnig viele Autor*innen gibt, die den selben Wunsch teilen, ist das in meinen Augen kein Problem, im Gegenteil. Auch wenn es heißt, dass es bei diesem einen Magazin für mich nicht klappen wird. Es wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich eine solche  Antwort erhalte und man von mir verlangt, dass ich über „trendigere“, „wichtigere“, oder „polarisierendere“ Themen schreibe. So läuft es nun einmal, wenn man für andere schreibt und ich bin dankbar dafür, diese Möglichkeit zu haben. Gleichzeitig ist das Schreiben aber auch meine persönliche Angelegenheit und bedeutet für mich, Neues auszuprobieren, Gedanken weiterzuspinnen und dabei nicht zwangsläufig unter der Aufsicht anderer zu stehen.

Die guten alten Zweifel

Manchmal sitze ich vor meinem Laptop, bastele Collagen für Beiträge, die es noch nicht gibt und frage mich, ob es das alles braucht, ob ich überhaupt etwas zu sagen habe und es eigentlich irgendwen interessiert, was ich hier mache. Dann fällt mir zum Glück aber wieder ein, dass es mich selbst interessiert und ich meine Gedanken mit anderen teilen möchte, weil sich nur so etwas bewegt – oder beruhigt. Denn darum geht es doch beim Bloggen. Zumindest denke ich, dass es ursprünglich einmal so war.

Das oder auch der Blog oder auch Weblog (Wortkreuzung aus engl. Web und Log für Logbuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit meist öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Blogger, international auch Weblogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert („postet“) oder Gedanken niederschreibt. – Wikipedia (was sonst).

Es gibt so viele wahnsinnig erfolgreiche Blogs, hinter denen ein richtige Businessstrategie steht – und das lehne ich auch gar nicht ab. Es ist toll, wenn man sich auf diese Weise selbstverwirklicht. Ich wollte nur sagen: Ich sitze hier im Sessel, trinke Kaffee, freue mich wahnsinnig auf den Herbst, auf tolle Bücher, Musik, neue und neuentdeckte Filme und aufs Schreiben. Für mich und euch.

Also ja: Mein Blog läuft gut und ich freue mich, wenn ihr euch ab und an mit einem Klick blicken lasst, mir Feedback und Vorschläge gebt.

Genießt den Herbst, Marie